Inhalt dieses Guides
OBS-Aufnahme in Resolve importieren: Container remuxen, Video-Codec prüfen und getrennte Audiospuren korrekt übernehmen.
Video-Workflow-Checkliste
Arbeite vom Originalclip über die Timeline bis zum fertigen Export und ändere nur eine Ursache pro Test.
Wo tritt dein Video-Problem auf?
Konstanter Offset und wachsende Drift erfordern unterschiedliche Reparaturen.
Prüfe Farbraum und Tonemapping vor kosmetischen Filtern.
Codec, Container und Editor-Kompatibilität separat verifizieren.
Kurz erklärt: Importiere möglichst eine geprüfte, kompatible MP4- oder MOV-Datei, behalte das Original und kontrolliere nach dem Einlesen sofort Videoframe, Framerate und alle Tonspuren. MKV ist für die Aufnahme oft sinnvoll, aber die Schnittkompatibilität hängt vom Container und dem enthaltenen Codec ab.
Zuerst die Aufnahme außerhalb des Editors prüfen
Spiele einen kurzen Ausschnitt in einem unabhängigen Player ab. Notiere Auflösung, Framerate, Videocodec und die vorhandenen Audiotracks. Wenn OBS wegen einer Unterbrechung eine beschädigte Datei geschrieben hat, löst ein Importversuch den Fehler nicht automatisch. Der MKV-/MP4-Guide erklärt auch das Remux-Verfahren ohne vollständiges Neucodieren.
Wenn OBS mehrere Spuren geschrieben hat, muss der Player nicht zwangsläufig alle gleichzeitig wiedergeben. Mehrere Tracks werden im Editor erst dann nützlich, wenn Mikrofon, Spiel und Chat in OBS korrekt zugeordnet waren. Eine einzelne gemischte Aufnahme lässt sich nicht ohne weiteres in die ursprünglichen Quellen aufspalten.
Kontrollierter Import in Resolve
- Lege einen Projektordner für Originaldateien, zusätzliche Assets, Proxys und Exporte an.
- Erstelle ein neues Resolve-Projekt und bestimme die Ziel-Framerate möglichst vor dem Schnitt.
- Importiere zunächst einen repräsentativen OBS-Clip in den Media Pool.
- Prüfe Bild, Audiokanäle und die Clip-Eigenschaften; lege danach die Timeline an.
- Ziehe den Clip in die Timeline und spiele eine Passage mit Bewegung und Sprache ab.
- Erst wenn diese Probe gelingt, importiere eine komplette Session.
Frage Resolve beim ersten Import nach der Anpassung der Projektframerate, entscheide bewusst anhand des tatsächlichen Zielvideos. Ein späterer Frameratewechsel kann an einer bereits bearbeiteten Timeline unerwartete Folgen haben. CFR vs. VFR ist dabei besonders für gemischte Smartphone- und Bildschirmaufnahmen relevant.
Tonspuren sind vorhanden, aber unhörbar?
Kontrolliere erst die Zuordnung der Clipkanäle und die Stummschaltung in Timeline beziehungsweise Fairlight. Teste anschließend einen kurzen Export. Ein Ausschlag im OBS-Mixer ist kein Beweis dafür, dass derselbe Kanal auf dem gewünschten Track der Datei gespeichert wurde. Bei Tonproblemen lohnt ein Vergleich mit OBS-Tracks und Audio-Drift in Resolve.
Importproblem oder Performanceproblem?
Wenn ein Clip korrekt importiert wird, aber die Vorschau stockt, ist das ein anderer Fehler als ein nicht unterstütztes Dateiformat. Teste denselben Abschnitt ohne Farbkorrektur, Fusion oder andere Effekte. Bei hoher Decode-Last können Proxy-Medien sinnvoll sein. Bleibt nur die exportierte Datei auffällig, prüfe stattdessen die Deliver-Einstellungen.
Wichtig: Menübezeichnungen, Codecs und GPU-Beschleunigung unterscheiden sich je nach Resolve-Version, Betriebssystem, Free/Studio und Hardware. Dokumentiere diese vier Faktoren, wenn ein Import nicht funktioniert; pauschale „Codec-Pack“-Installationen sind kein zuverlässiger erster Schritt.