Inhalt dieses Guides
HDR- und SDR-Video in OBS unterscheiden: 10-Bit, P010, Rec.2100, Rec.709, Capture Cards und falsche Farben.
Video-Workflow-Checkliste
Arbeite vom Originalclip über die Timeline bis zum fertigen Export und ändere nur eine Ursache pro Test.
Wo tritt dein Video-Problem auf?
Konstanter Offset und wachsende Drift erfordern unterschiedliche Reparaturen.
Prüfe Farbraum und Tonemapping vor kosmetischen Filtern.
Codec, Container und Editor-Kompatibilität separat verifizieren.
Ausgewaschene oder übertrieben gesättigte Aufnahmen entstehen häufig durch einen nicht zusammenpassenden HDR-/SDR-Signalweg. Es reicht nicht, HDR in Windows oder einem Spiel zu aktivieren: Quelle, OBS-Farbverarbeitung, Encoder, Container, Schnitt und Wiedergabe müssen die Bildinformationen korrekt weitergeben.
Was HDR technisch zusätzlich verlangt
HDR kann einen größeren Helligkeits- und Farbumfang transportieren als ein typisches SDR-Projekt. Dafür sind passende Farbtransferfunktionen, Farbraum-Tags und oft 10-Bit-Verarbeitung erforderlich. Eine HDR-Quelle in einer SDR-Timeline ohne korrektes Tonemapping kann flach, grau oder übersteuert aussehen.
Für gewöhnliche SDR-Videos ist Rec.709 der etablierte Ausgangspunkt. YouTube gibt entsprechende Farbempfehlungen für Uploads. Eine rein optische „Sättigung erhöhen“-Korrektur sollte nicht der erste Schritt sein, wenn schon die Metadaten und Verarbeitungskette falsch eingestellt sind.
OBS-HDR-Aufnahme nach aktueller Dokumentation
Die OBS-HDR-Anleitung nennt für HDR-Recording als Startkonfiguration unter Erweitert das Farbformat P010, den Farbraum Rec.2100 (PQ) und einen passenden 10-Bit-HEVC- oder AV1-Encoder. Bei der Spielaufnahme muss auch die Quelle als HDR-Signal behandelt werden. Das gilt nicht als Vorgabe für jedes SDR-Projekt.
Die genaue Unterstützung hängt von OBS-Version, Betriebssystem, Grafikchip und Capture-Gerät ab. Prüfe vor einer wichtigen Aufnahme einen vollständigen kurzen HDR-Clip im Zielplayer und der Schnittsoftware.
Externe Kameras und Capture Cards
Beim HDMI-Capture muss das Gerät überhaupt einen passenden HDR-Eingangsmodus und 10-Bit-Formate bereitstellen. OBS nennt unterstützte oder erprobte Geräte, betont aber, dass nicht jede Consumer-Karte HDR-Capture unterstützt. Ein HDR-Passthrough an einen Monitor bedeutet nicht automatisch, dass der PC denselben HDR-Stream als Aufnahme erhält.
Falls Schwarzbild statt falscher Farbe auftritt, prüfe zuerst den grundlegenden Signalweg unter Capture Card ohne Bild.
Sauberer Fallback auf SDR
Wenn Hardware, Editor oder Zielplattform keinen verlässlichen HDR-Workflow erlauben, kann eine kontrollierte SDR-Aufnahme der bessere Weg sein. Konfiguriere die Quelle bewusst als SDR und prüfe den gesamten Export auf einem SDR-Bildschirm. Falls du HDR-Material in SDR umwandeln musst, nutze korrektes Tonemapping statt nur die Farbsättigung zu erhöhen.
Veröffentliche erst nach einer Prüfung in der echten Zielumgebung. Die Einstellungen für YouTube-Export und Codec-Auswahl sind die nächste Stufe. Falsche Farben sind kein Problem, das eine höhere Videobitrate automatisch löst.



