Inhalt dieses Guides
Gameplay als Hochformat-Clip: So bleiben Fadenkreuz, Spielfigur, HUD und Untertitel beim 9:16-Crop sichtbar.
Video-Workflow-Checkliste
Arbeite vom Originalclip über die Timeline bis zum fertigen Export und ändere nur eine Ursache pro Test.
Wo tritt dein Video-Problem auf?
Konstanter Offset und wachsende Drift erfordern unterschiedliche Reparaturen.
Prüfe Farbraum und Tonemapping vor kosmetischen Filtern.
Codec, Container und Editor-Kompatibilität separat verifizieren.
Kurz erklärt: Von einem normalen 16:9-Gameplay-Video bleibt in einem vertikalen 9:16-Ausschnitt nur ein Teil der horizontalen Information sichtbar. Entscheide deshalb pro Szene, was das Publikum sehen muss, statt grundsätzlich immer den Bildschirmmittelpunkt zu nehmen.
Den relevanten Bildbereich festlegen
In Shootern können Fadenkreuz und Gegner wichtiger sein als Minimap oder Scoreboard. In Aufbau- und Strategiespielen liegt der interessante Inhalt dagegen oft in mehreren horizontal verteilten UI-Fenstern. Prüfe den ausgewählten Clip Frame für Frame an entscheidenden Stellen und markiere, welche Elemente nicht verschwinden dürfen.
Eine einzelne statische Position reicht häufig nicht aus, wenn sich das Motiv bewegt. Leichte, nachvollziehbare Reframes können helfen, sollten aber nicht so hektisch sein, dass das Video unruhiger wirkt als die eigentliche Spielszene. Die verfügbare Auflösung des Originals setzt Grenzen für sinnvolles Zoomen.
Drei Layoutvarianten testen
| Layout | Sinnvoll, wenn | Gefahr |
|---|---|---|
| Vollflächiger 9:16-Crop | Wichtige Aktion bleibt zentral | HUD oder Gegner fehlen am Rand |
| Gameplay oben, Gesicht/Text unten | Zwei Informationsquellen wichtig sind | Jede Fläche wird zu klein |
| Querformat im vertikalen Canvas mit Zusatzflächen | Komplette Spielbreite benötigt wird | Kleine Lesbarkeit auf Smartphones |
Keine Variante ist immer richtig. Bei einem technischen Tutorial kann ein lesbarer Screenshot wichtiger sein als ein spektakuläres Crop. Bei einem Highlight mit einer einzelnen Aktion ist hingegen eine klare vertikale Komposition meist leichter verständlich.
Praktischer Testablauf
- Einen starken 10- bis 20-Sekunden-Moment auswählen.
- 9:16-Timeline erstellen und den Ausgangsclip ohne automatische Vergrößerung prüfen.
- Mit Crop, Skalierung und Position einen sinnvollen Ausschnitt festlegen.
- Kritische Momente am Anfang, in der Mitte und am Ende testen.
- Text und Untertitel ergänzen; nicht zu nah an die Ränder legen.
- Auf mindestens einem Smartphone kontrollieren, ob das Spielgeschehen ohne Kontext verständlich bleibt.
Die genaue Umsetzung in Resolve zeigt DaVinci Resolve Shorts. Wenn die Auflösung für starke Crops nicht ausreicht, kann künftig eine gezielt geplante Aufnahme mit besser sichtbarem Motiv sinnvoller sein. Mehr Pixel bei der Aufnahme bedeuten aber auch mehr Speicher- und Schnittlast.
Webcam, Minimap und Overlay neu bewerten
Eine Webcam in der unteren Ecke des 16:9-Bilds kann nach dem Beschneiden ganz verschwinden. Im Hochformat lohnt es sich, Webcam und Gameplay gezielt neu anzuordnen – soweit das Ausgangsmaterial dies erlaubt. Sind alle Elemente in eine einzige OBS-Datei eingebrannt, kannst du sie nicht ohne weitere Bearbeitung frei verschieben. Das ist ein Grund, bereits bei der Aufnahme über getrennte Quellen oder eine separate Clean-Feed-Aufnahme nachzudenken.
Zum Abschluss den Clip mit lesbaren Untertiteln versehen und das Ergebnis gemäß dem Shorts-Workflow kontrollieren.