Inhalt dieses Guides
Kompressor und Limiter in OBS richtig einsetzen: Ratio, Threshold, Attack, Release, Output Gain, Reihenfolge und typische Überkompression vermeiden.
Audio-Arbeitsmodus
Audiofehler werden einfacher, wenn du Signalweg, Pegel und Bearbeitung getrennt prüfst.
Was ist dein Hauptproblem?
Ohne Eingangssignal helfen keine Filter. Prüfe zuerst Windows-Gerät, OBS-Quelle und Routing.
Setze zuerst einen stabilen Grundpegel, dann Kompressor und Limiter.
Doppelte Signalwege und Latenzpfade sind wahrscheinlicher als ein Pegelproblem.
Kompressor und Limiter werden oft gemeinsam genannt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Der Kompressor formt Dynamik: laute Signalanteile werden oberhalb eines Schwellenwerts reduziert. Der Limiter ist eine harte Schutzstufe, die Spitzen oberhalb einer festgelegten Grenze verhindern soll.
Kompressor: Lautstärkeunterschiede verkleinern
OBS beschreibt den Kompressor als Werkzeug für Quellen, die normalerweise gut gepegelt sind, aber gelegentlich stark ausschlagen. Ratio bestimmt die Stärke der Reduktion, Threshold den Startpunkt. Attack und Release steuern, wie schnell die Regelung einsetzt und wieder loslässt.
Nicht zu stark komprimieren
Hohe Ratio und ein zu niedriger Threshold können Sprache flach und unnatürlich machen. Beginne moderat und höre eine Testaufnahme ab. Entscheidend ist nicht, dass die Pegelanzeige „schön ruhig“ aussieht, sondern dass Sprache verständlich und natürlich bleibt.
Output Gain mit Bedacht
Nach Kompression kann das durchschnittliche Signal leiser wirken. Output Gain kann das ausgleichen. Wenn du es zu stark anhebst, arbeitest du gegen den gewonnenen Headroom und zwingst den Limiter permanent zum Eingreifen.
Limiter als letzte Schutzstufe
OBS empfiehlt den Limiter als letzten Filter in der Kette. Er soll verhindern, dass Signalspitzen die definierte Obergrenze überschreiten. Ein Limiter kann jedoch bereits entstandenes analoges Clipping nicht reparieren. Wenn Mikrofon oder Interface übersteuern, muss der Eingangspegel reduziert werden.
Ducking als Sonderfall
Der OBS-Kompressor kann per Sidechain Desktop-Audio reduzieren, wenn das Mikrofon aktiv ist. Damit lässt sich Musik oder Spielton automatisch unter Sprache absenken. Das ist praktisch, sollte aber so langsam und dezent eingestellt werden, dass der Mix nicht pumpt.
Empfohlene Arbeitsreihenfolge
- Gain Staging ohne Filter sauber einstellen.
- Optional Noise Suppression/Expander prüfen.
- Kompressor für Dynamik hinzufügen.
- Output Gain nur bei Bedarf.
- Limiter am Ende.
- Mit normaler und lauter Stimme testen.
Grundlage: Gain Staging. Hintergrundgeräusche: Gate vs. Expander.
Filter nicht nur mit Sprache im Leerlauf abstimmen
Teste die Kette mit realistischen Situationen: normale Moderation, Lachen, lautes Rufen und gleichzeitiger Spiel- oder Musikton. Ein Kompressor, der bei ruhiger Sprache unauffällig klingt, kann bei schnellen Pegelwechseln hörbar pumpen. Eine kurze Testaufnahme mit mehreren Lautstärken zeigt solche Probleme besser als eine statische Pegelanzeige.