Inhalt dieses Guides
Wenn Lippenbewegung und Ton in OBS nicht zusammenpassen, musst du zuerst bestimmen, welcher Signalweg später ankommt. Dann wird gezielt verzögert.
OBS-Arbeitsmodus
Trenne Netzwerk, Rendering, Encoding und Audio bevor du Einstellungen veränderst.
Welche Fehlerklasse passt am besten?
Dropped Frames sind ein Netzwerk-/Transportproblem und nicht automatisch ein Encoderproblem.
Wenn eine lokale Aufnahme ebenfalls ruckelt, untersuche GPU-, Szenen- und Encoderlast vor dem Internet.
Erst Quelle und Routing verifizieren, danach Pegel, Monitoring und Filter optimieren.
Bei A/V-Desync ist die wichtigste Frage nicht "wie viele Millisekunden?", sondern welcher Pfad kommt zu früh?. Du kannst ein Signal nur verzögern, nicht in die Vergangenheit verschieben.
Erst eine Referenzaufnahme machen
Klatschen oder ein sichtbarer Tastendruck erzeugen ein klares Audio-/Videoereignis. Nimm einige Sekunden lokal auf und beurteile die fertige Datei. So testest du den echten Outputpfad.
Wenn Audio zu früh ist
Dann kann ein positiver Sync Offset auf der Audioquelle sinnvoll sein. Der Wert sollte gemessen und nicht aus einer fremden Setup-Liste kopiert werden.
Wenn Video zu früh ist
OBS bietet einen Render Delay Filter, der eine Videoquelle um einen konfigurierbaren Millisekundenwert verzögern kann. Das ist beispielsweise für eine Webcam relevant, wenn deren Video schneller als ein anderer Audiopfad ankommt.
Capture Cards haben eigene Latenz
Video-Capture-Hardware kann Puffern oder interne Verarbeitung verwenden. OBS dokumentiert bei Video Capture Sources eine Buffering-Option, die Stottern reduzieren, aber auch Verzögerung beeinflussen kann.
Monitoring nicht mit Output-Sync verwechseln
Lokales Monitoring ist nicht zwingend der gleiche zeitliche Pfad wie die fertige Aufnahme. Beurteile Anpassungen immer am eigentlichen Zielsignal.
Drift statt fester Offset
Wenn Audio am Anfang synchron ist und nach zehn Minuten immer weiter wegläuft, ist das kein einfacher fester Offset. Dann solltest du Gerätetimestamps, Samplerates, Treiber und Capture-Hardware untersuchen.
Nur eine Variable pro Test
Aendere nicht gleichzeitig Capture-Buffering, Sync Offset, Framerate und Monitoring. Sonst kannst du nicht erkennen, welche Massnahme die Synchronisation verbessert hat.
Konstante und variable Latenz unterscheiden
Ein fester Versatz von beispielsweise einigen hundert Millisekunden lässt sich mit einem konstanten Delay korrigieren. Schwankt der Versatz dagegen während einer Session, deutet das eher auf Buffering, Treiber, Clocking oder eine instabile Capture-Kette hin. Ein statischer Offset kann dann nur für einen Moment korrekt wirken.
Nach jedem Hardwarewechsel neu messen
Capture Card, Kameraformat, USB-Port oder Audiogerät können die Latenz verändern. Behalte alte Offsetwerte deshalb nicht als vermeintlich universelle Kalibrierung. Eine kurze Klatschprobe nach Umbauten ist schneller als später eine lange Aufnahme mit falscher Synchronisation zu entdecken.