Inhalt dieses Guides
Berechne den ungefähren Datenverbrauch deines Livestreams aus Bitrate, täglicher Dauer und Anzahl der Streaming-Tage.
IRL-Arbeitsmodus
IRL ist ein Gesamtsystem aus Funk, Transport, Strom, Thermik und Audio. Teste diese Ebenen getrennt.
Welche Ebene ist aktuell am schwächsten?
Peak-Speed allein reicht nicht. Stabilität, Handover und Zelllast bestimmen den Livebetrieb.
Transportprotokoll und Redundanz müssen zum Verhalten deiner Mobilfunkpfade passen.
Ein perfekter Uplink hilft nicht, wenn Smartphone, Hub, Mikrofon oder Stromversorgung ausfallen.
Beim Livestreaming wird während der gesamten Übertragung ein kontinuierlicher Datenstrom hochgeladen. Deshalb lässt sich der ungefähre Verbrauch aus Bitrate und Dauer berechnen. Für IRL-Streamer ist das besonders wichtig, weil Mobilfunktarife häufig ein begrenztes Datenvolumen besitzen.
Datenvolumen berechnen
Die Formel
Bitraten werden üblicherweise in Bit pro Sekunde angegeben, Datenvolumen dagegen in Byte. Acht Bit entsprechen einem Byte. Für eine grobe Dezimalrechnung gilt:
GB ≈ Mbit/s × 1.000.000 ÷ 8 × 3.600 × Stunden ÷ 1.000.000.000
Bei 6 Mbit/s ergeben sich rechnerisch etwa 2,7 GB pro Stunde. Drei Stunden Streaming liegen damit bei ungefähr 8,1 GB. In der Praxis können Audio, Protokoll-Overhead und andere Datenübertragungen hinzukommen.
Beispiele pro Stunde
| Gesamtbitrate | ca. pro Stunde | ca. bei 4 Stunden |
|---|---|---|
| 3 Mbit/s | 1,35 GB | 5,4 GB |
| 6 Mbit/s | 2,7 GB | 10,8 GB |
| 8 Mbit/s | 3,6 GB | 14,4 GB |
| 10 Mbit/s | 4,5 GB | 18 GB |
Die Tabelle ist reine Mathematik und keine Empfehlung für eine bestimmte Plattform oder Auflösung. Für die Planung zählt die Gesamtbitrate, also nicht nur die Videobitrate. Audio und weitere Übertragungsanteile gehören ebenfalls in die Kalkulation.
Monatlichen Bedarf realistisch planen
Wer beispielsweise an zwölf Tagen im Monat jeweils drei Stunden streamt, kommt bei 6 Mbit/s bereits auf rund 97 GB nur für den eigentlichen Datenstrom. Navigation, Chat, Karten, Musik, Updates und sonstige Smartphone-Nutzung kommen noch dazu. Bei Tarifen mit Drosselung ist außerdem relevant, was nach Verbrauch des Inklusivvolumens passiert: Eine stark reduzierte Geschwindigkeit kann einen Livestream praktisch unbrauchbar machen.
Warum der reale Verbrauch abweichen kann
Je nach Encoder- und Plattformkonfiguration ist die tatsächlich gesendete Datenrate nicht immer exakt identisch mit dem eingetragenen Wert. Zusätzlich verbrauchen Chat, Karten, Musikdienste, App-Updates oder ein zweites Gerät Daten. Plane deshalb nicht mit dem letzten Gigabyte deines Tarifs.
Upload zählt zum Datenvolumen
Bei Mobilfunktarifen wird normalerweise nicht danach unterschieden, ob Daten hoch- oder heruntergeladen werden. Ein Livestream belastet den Tarif daher genauso real wie große Downloads – nur kontinuierlich in die andere Richtung.
Bitrate reduzieren oder Tarif vergrößern?
Eine niedrigere Bitrate senkt Datenverbrauch und erforderliche Uploadrate. Sie kann aber die sichtbare Kompression erhöhen. Für mobile Streams ist ein etwas konservativeres Qualitätsziel häufig sinnvoller als eine Konfiguration, die nur unter perfekten Funkbedingungen funktioniert.
Wie du die verfügbare Uploadrate mit Reserve planst, erklärt der Guide Streaming-Bitrate und Upload.